Unser Herz leistet jeden Tag ziemlich viel. Zum Weltherztag möchten wir deshalb auf eine Erkrankung aufmerksam machen, die eher selten ist und oft gar nicht so leicht erkannt wird: die kardiale Amyloidose.
Bei einer Amyloidose lagern sich fehlgefaltete Eiweiße, sogenannte Amyloidfibrillen, im Gewebe ab. Die Erkrankung tritt häufig bei Männern über 60 Jahren auf, kann aber beide Geschlechter betreffen und auch angeboren sein. Zudem gibt es eine Form, die als Mitbeteiligung im Rahmen einer AL-Amyloidose auftritt.
Die Ablagerungen können verschiedene Organe betreffen. Lagern sie sich im Herzen ab, verändert sich dessen Funktion. Das Herz wird „steifer“.
Das Schwierige dabei: Die Beschwerden sind häufig nicht eindeutig. Luftnot, eine geringere Belastbarkeit, Wassereinlagerungen oder Herzrhythmusstörungen können auch bei anderen Herzerkrankungen auftreten. Bis zur richtigen Diagnose braucht es deshalb manchmal etwas Detektivarbeit.
„Wichtig ist, auch an Amyliodose zu denken. Zum Beispiel bei verdickten Herzwänden, einer Herzinsuffizienz oder einer eingeschränkten Öffnung der Aortenklappe oder bei unklarer Luftnot.“
Dr. med. Jan Ernstberger ist Kardiologe in unserer Ambulanz, die Patient*innen mit Amyloidose betreut. Sie ist Bestandteil unserer Facharztpraxis für Kardiologie mit dem Schwerpunkt Herzinsuffizienz der DGK.
Seit diesem Jahr ist unsere Praxis für Kardiologie außerdem Teil des neuen Kardiologiezentrums des Klinikum Chemnitz. Damit erfolgt die Versorgung ambulanter und stationärer kardiologischer Patient*innen auf noch kürzeren Wegen.
Denn zur Herzgesundheit gehören eben auch Erkrankungen, die man vielleicht nicht sofort im Blick hat. Zum Weltherztag rücken wir eine davon ein kleines Stück mehr ins Licht.